05 PROJEKTE

Ausbildung „Made in Sachsen“

Wie duale Ausbildung, Mittelstand und Digitalisierung zusammenpassen, zeigt das Projekt SNgoes.digital. Mit Schulungen für Lehrkräfte und Ausbilderinnen und Ausbilder sowie neuen Angeboten für Auszubildende ist die Berufsausbildung auf Innovationskurs.

Aktuelle Technologietrends, wie z.B. KI oder Robotik, verändern die duale Berufsausbildung grundlegend. Produktionsprozesse werden komplexer, Fertigungssysteme zunehmend vernetzt. Deshalb müssen Ausbildungsinhalte modern und zukunftsorientiert aufgestellt sein.

Das Projekt SNgoes.digital der Nachwuchsstiftung Maschinenbau setzt dort an. Mit einem umfangreichen Qualifizierungsangebot werden Lehrkräfte an Berufsschulen, Ausbilderinnen und Ausbilder mittelständischer Unternehmen und Auszubildende der gewerblich-technischen Berufe auf Themen der Industrie 4.0 vorbereitet.

Dafür setzt die Nachwuchsstiftung auf ein breites Netzwerk von Partnern aus Wirtschaft und Forschung – darunter das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie das Sächsische Staatsministerium für Kultus, der VDMA Ost, Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern und zahlreiche Bildungsträger. Alle Partner arbeiten im Rahmen von SNgoes.digital gemeinsam daran, die Qualität der Ausbildung zu verbessern und die digitale Transformation im Maschinen- und Anlagenbau aktiv zu gestalten.

Das Projekt wird kofinanziert durch die Europäische Union sowie durch Steuermittel auf Grundlage des sächsischen Haushalts.

Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Quelle: Jürgen Lösel, SMWA

„Eine moderne, zukunftsgewandte berufliche Bildung ist eine Grundvoraussetzung für die persönliche Entwicklung und unseren wirtschaftlichen Erfolg. Gerade in einem Industrieland wie Sachsen müssen wir sicherstellen, dass alle jungen Menschen die besten Chancen auf eine gute, qualifizierte Ausbildung haben.

Die Qualifizierungsinitiative SNgoes.digital der Nachwuchsstiftung Maschinenbau leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie befähigt das Ausbildungspersonal, aktuelle technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz oder vernetzte Fertigung zusätzlich in die Ausbildung zu integrieren, und bereitet Auszubildende so gezielt auf die Arbeitswelt von morgen vor.

Die Qualifizierungsoffensive leistet genau das, weshalb wir sie als Freistaat gerne unterstützen. Unser Ziel ist es, diese Dynamik langfristig zu verstetigen und Sachsen als starken Bildungs- und Wirtschaftsstandort weiter voranzubringen.“

Kultusminister Conrad Clemens, Sächsisches Staatsministerium für Kultus

„Neuste Entwicklungen und aktuelle Technologietrends müssen bereits innerhalb der Berufsausbildung vermittelt werden, damit Fachkräfte den digitalen Wandel in der Industrie aktiv mitgestalten können.

Deswegen unterstützen wir die umfangreiche Qualifizierungsmaßnahme der Nachwuchsstiftung Maschinenbau aus voller Überzeugung und freuen uns, dass viele sächsischen Lehrkräfte dieses Angebot nutzen.“

Das Projektteam (von links nach rechts): Nils Wieland, Julia Berger, Kathleen Auxel und Dennis Albrecht-Kobelt

Qualifizierungsoffensive für die gewerblich-technische Ausbildung in Sachsen

In den Jahren 2024 und 2025 nahmen mehr als 100 Lehrkräfte aus rund 75 Prozent aller gewerblich-technischen Berufsschulen in Sachsen sowie zahlreiche Ausbilderinnen und Ausbilder aus Betrieben und überbetrieblichen Bildungszentren an der Qualifizierungsreihe SNgoes.digital teil. Alle Teilnehmenden werden im Rahmen des Projekts als Multiplikatoren angesehen.

Entlang des Wertschöpfungsprozesses einer Smart Factory wurden sie in neun Modulen qualifiziert: Prozessanalyse, IT-Security, Smart Maintenance, CAx-integrierte Fertigung, Additive Fertigung, Vernetzte Fertigung, Intelligente Produktion mit CPS (Cyber Physical Systems), Künstliche Intelligenz sowie Arbeit 4.0 – Organisation von Arbeitsprozessen.

Die Besonderheit liegt in dem ganzheitlichen Ansatz und der Durchgängigkeit der Themen. So wurden alle Inhalte anhand eines praktischen Unternehmensbeispiels vermittelt, das sich während der Qualifizierung zu einer Smart Factory weiterentwickelte. Dabei konnten die Teilnehmenden unmittelbar von der Fachexpertise namhafter, an dem Projekt beteiligter Partner aus Industrie und Forschung profitieren.

Ab März 2026 steht Ausbilderinnen und Ausbilder ein weiteres Angebot zur Verfügung. Dabei können sie sich mithilfe des flexiblen Lernformats Blended Learning – bestehend aus Präsenzangeboten, Web-Trainings und Selbstlerneinheiten – weiterqualifizieren.

 

Bisherige Ergebnisse

  • 140+ Multiplikatoren qualifiziert
  • 76 durchgeführte Schulungen der Multiplikatoren
  • 7 angesehene Qualifizierungspartner aus Industrie und Forschung: N+P Informationssysteme GmbH, IWT GmbH, Beckhoff Automation GmbH & Co. KG, Mittelstand-Digital Zentrum Chemnitz, Fraunhofer IWU, DMG Mori, Fanuc Deutschland GmbH
  • Wissensaufbau und Förderung von Schlüsselkompetenzen rund um Themen aus der Industrie 4.0

 

Stimmen zu den Schulungen

  • „Ich habe einen Rundumblick erhalten, was Digitalisierung in der Ausbildung bedeuten kann.“
  • „Die Module waren praxisnah und methodisch sehr gut aufbereitet.“
  • „Ich kann vieles direkt in meinen Unterricht und meine Arbeit im ÜBZ übertragen.“

 

Aus dem Methoden-Werkzeugkasten: Didaktik in der Ausbildung weiterentwickeln

Auf Basis der durchgeführten Multiplikatorenschulungen entwickelte ein interdisziplinäres Redaktionsteam 22 praxisorientierte Lernsituationen in neun Modulen. Aktuell stehen davon neun Lernsituationen zusätzlich im Blended-Learning-Format zur Verfügung, weitere befinden sich in der Entwicklung.

Die Materialien werden auf der Lernplattform Mobile Learning System (MLS) der Nachwuchsstiftung Maschinenbau bereitgestellt und können von den Auszubildenden während der Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ orts- und zeitunabhängig genutzt werden.

Die Module vermitteln und visualisieren die vollständige Prozesskette zur Herstellung eines Bluetooth-Lautsprechers. Dabei werden theoretische Grundlagen systematisch mit Anwendungsbeispielen verknüpft. So können Auszubildende ein Verständnis für die einzelnen Fertigungsschritte entwickeln und deren Zusammenspiel kennenlernen – ein Konzept, das den Lernerfolg der Auszubildenden spürbar stärkt.

Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“

Damit das in den Multiplikatorenschulungen vermittelte Wissen auch seinen Weg an die Auszubildenden findet, wird ab März 2026 flächendeckend die Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ an Berufsschulzentren und überbetrieblichen Lehrzentren in Sachsen angeboten.

Diese Zusatzqualifikation richtet sich an ambitionierte Auszubildende der gewerblich-technischen Berufsausbildung. Das Ziel besteht darin, die notwendigen Kompetenzen für das Arbeiten in einer Industrie-4.0-Umgebung zu erwerben. Dazu zählen vor allem das selbstorganisierte Lernen sowie die mediengestützte Methodenkompetenz, die durch den modularen Aufbau der Zusatzqualifikation gefördert werden.

„Unser Ziel ist es, mit ca. 160 Auszubildenden diese Zusatzqualifikation an Berufsschulzentren und überbetrieblichen Ausbildungsstätten auszurollen und so den Technologiestandort Sachsen weiterzuentwickeln.“ Andre Wilms, Geschäftsführer Nachwuchsstiftung Maschinenbau gGmbH

Die Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ ist ein bundesweiter Erfolgsgarant, wie Themen der Digitalisierung bereits in der dualen Berufsausbildung integriert werden.

Kooperationspartner im Projekt

Ansprechpartner

Dennis Albrecht-Kobelt