01 NACHWUCHSFÖRDERUNG

Zukunftskompetenzen für Azubis

Teilnehmende der Zusatzqualifikation der Technischen Schulen des Kreises Steinfurt.

Die Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ hat sich auch im Jahr 2025 als wirkungsvolles Qualifizierungsangebot für Auszubildende im Maschinenbau erwiesen. Seit mittlerweile vier Jahren richtet sich das Angebot an besonders engagierte Auszubildende und ergänzt die reguläre Ausbildung gezielt um Inhalte rund um digitalisierte Wertschöpfungsketten.

An ausgewählten Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen können die Teilnehmenden innerhalb von rund zwölf Monaten fundierte Kompetenzen erwerben, die sie optimal auf die digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten. Mehr als 1.600 Auszubildende haben das Qualifizierungsangebot bislang erfolgreich absolviert und konnten sich auf diese Weise mit modernen Fertigungstechnologien, vernetzten Produktionssystemen sowie digitalen Planungs- und Analysewerkzeugen vertraut machen. Beim Lernen stand nicht die Spezialisierung auf einzelne Technologien im Vordergrund, sondern das Verständnis für Zusammenhänge, Schnittstellen und Prozesse innerhalb einer digitalisierten Produktion.

 

 

Teilnehmende der Zusatzqualifikation am Berufskolleg Beckum.

Lernen entlang der digitalen Prozesskette

Die Umsetzung der Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ lebt vom hohen Engagement der beteiligten Lehrkräfte an den Berufskollegs. Mit fachlicher Expertise, praxisnahen Lernszenarien und innovativen didaktischen Konzepten vermitteln sie Inhalte entlang der gesamten digitalen Prozesskette – von der Analyse über die Konstruktion und Fertigungsplanung bis hin zur Umsetzung, Steuerung und Qualitätssicherung.

2025 haben unter anderem Auszubildende des Berufskollegs Beckum, des Berufskollegs Tecklenburger Land in Ibbenbüren sowie der Technischen Schulen des Kreises Steinfurt die zwölfmonatige Qualifikation erfolgreich abgeschlossen und ein Zertifikat erhalten. Die Ausbildungsbetriebe würdigten dabei erneut das hohe Engagement sowie die fachlichen Leistungen ihrer Auszubildenden.

Stephan Schnabel, Bildungsgangleitung am Berufskolleg Tecklenburger Land in Ibbenbüren, und seine Schülerinnen und Schüler bei der Abschlussveranstaltung.

Praxisnahe Projekte mit hohem Anspruch

Dass die Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ weit über klassische Unterrichtsinhalte hinausgeht, zeigt sich besonders in den Projektarbeiten der Teilnehmenden. Die Auszubildenden bearbeiten realitätsnahe Aufgabenstellungen, in denen digitale Fertigungsprozesse ganzheitlich betrachtet und praktisch umgesetzt werden. Dieses Lernen an konkreten Anwendungsfällen fördert nicht nur Fachkompetenz, sondern auch systemisches Denken, Problemlösefähigkeit und selbstständiges Arbeiten.

Detlef Tanne, ehemals Projektleiter von NRWgoes.digital, beschreibt diesen hohen Anspruch so: „Viele Projekte haben Technikerniveau – von der Konstruktion der gesamten Anlage über den 3D-Druck, die Sensorik und Verdrahtung bis hin zur Steuerung über eine SPS. Damit werden mehrere Fachrichtungen der Berufsausbildung miteinander verknüpft.“

Absolvent Louis Unnewehr und seine selbstgebaute Schraubensortieranlage im Rahmen der Projektarbeit.

Praxisnahe Projekte mit hohem Anspruch

Dass die Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ weit über klassische Unterrichtsinhalte hinausgeht, zeigt sich besonders in den Projektarbeiten der Teilnehmenden. Die Auszubildenden bearbeiten realitätsnahe Aufgabenstellungen, in denen digitale Fertigungsprozesse ganzheitlich betrachtet und praktisch umgesetzt werden. Dieses Lernen an konkreten Anwendungsfällen fördert nicht nur Fachkompetenz, sondern auch systemisches Denken, Problemlösefähigkeit und selbstständiges Arbeiten.

Ein Beispiel dafür ist die Projektarbeit von Louis Unnewehr, Absolvent der Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“. Er entwickelte eine mechanische Schraubensortieranlage – dazu gehörte die Konstruktion mithilfe der Software „Autodesk Inventor“, die Fertigung per 3D-Druck sowie die Konzeption der Mikrocontroller-Steuerung. „Ich habe mich für die Zusatzqualifikation entschieden, weil ich mich sowohl privat als auch beruflich stark für neue Technologien und Digitalisierung interessiere. Besonders der 3D-Druck hat mein Interesse an digitalen Fertigungsprozessen geweckt“, erläutert er seine Motivation. Aktuell absolviert er zudem die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker im Bereich Maschinenbautechnik.

Positive Rückmeldungen wie diese stimmen die Nachwuchsstiftung Maschinenbau optimistisch, dass die Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ auch 2026 stark nachgefragt wird. Einige der teilnehmenden Berufskollegs sind bereits mit einem neuen Durchgang für das Schuljahr 2025/2026 gestartet.